Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V.
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Die Zuckerwelt trifft sich in Versailles

Der Weltverband der Rüben- und Zuckerrohranbauer (WABCG) hielt seinen diesjährigen Kongress  vom 9. bis 11. Mai 2016 in Versailles ab. Knapp 200 Vertreter von Rüben- und Zuckerrohranbauern aus 34 Ländern kamen zusammen, um sich auszutauschen. Diskutiert wurden Fragen zu Bioenergie sowie zu Nebenprodukten der Rüben- und Zuckerrohrverarbeitung. Das Hauptaugenmerk lag aber ...

... auf dem Thema, wie sich die Zuckerbranche weltweit auf die zukünftigen Herausforderungen einstellt, besonders wie sich die europäischen Zuckerwirtschaft auf die Zeit ab dem 1. Oktober 2017 ohne Zuckerquote und ohne Rübenmindestpreis vorbereitet.

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Zu Beginn des 12. Kongresses des WABCG begrüßte der Präsident Roy Sharma die fast 200 Vertreter von Rüben- und Zuckerrohranbauern.

 

Nach der Begrüßung durch den aktuellen Präsidenten Roy Sharma aus Südafrika hieß der französische Landwirtschaftsminister Stéphan Le Foll die Gäste in Frankreich willkommen. Er ging auf die bevorstehenden Herausforderungen der weltweiten Zuckerbranche ein und stellte heraus, dass die Land- und Forstwirtschaft einen nicht unerheblichen Beitrag zur globalen CO2-Bindung und damit zur Verlangsamung der Klimaveränderung leisten kann und muss.

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Der franzsösische Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll hieß die Kongreßteilnehmer in Frankreich herzlich willkommen und wies auf die Wichtigkeit der Land- und Forstwirtschaft bei der Verlangsamung der Erderwärmung hin.

 

Im Panel „EU-Zuckermarkt ab 2017“ stellte zunächst der Vertreter des Zuckersyndikats aus Mauritius die Auswirkungen der Veränderungen der europäischen Marktordnung aus seiner Sicht dar. Den besonderen Schlusspunkt des Tages setzte Martin von Driel von der EU-Kommission. Er ließ durchblicken, dass die Kommission den EU-Zuckermarkt sehr genau beobachte und in Erwägung ziehe, durch Öffnung für zusätzliche Importe einem Preisanstieg entgegen zu wirken.  

Das stieß auf wenig Freude bei den Vertretern der europäischen Rübenanbauer. Die verwiesen auf das mit 429 €/t im Februar immer noch sehr niedrige Preisreporting, die geringen Mengen des etwas teureren Spotmarktes und den verheerenden Eindruck einer stets willfährigen Preisbeeinflussung durch die Kommission auf Zuruf der Süßwarenindustrie. Angesichts der schwierigen Lage der Landwirtschaft in ganz Europa könne es nicht sein, dass eine EU-Behörde den Preis eines ohnehin seit 2 Jahren unter den Erzeugungskosen liegenden Agrarprodukts von einer dringend benötigten Erholung abhalte.

 

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Martin van Driel von der EU-Kommission erklärte, dass die Kommission den EU-Zuckermarkt sehr genau beobachte und in Erwägung ziehe, durch Öffnung für zusätzliche Importe einem Preisanstieg entgegen zu wirken.