Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V.
Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V.
Beim Rübentransport zählt Effizienz

Feldwege und Mietenplätze für die Abfuhr im Herbst vorbereiten

Josef Haslbeck, gf. Vorstand LMG Gäuboden - Die straffe Planung und Organisation der Rübenabfuhr mit keinem oder zumindest möglichst wenig Zeitverlust während der Rübenkampagne macht es notwendig, die An- und Abfahrtswege zur Rübenmiete sowie diese selbst optimal vorzubereiten!

Bei den Wegen handelt es sich hier-bei um landwirtschaftlich genutzte Schotterwege, aber auch um Gemeindeverbindungsstraßen, Kreis- und Staatsstraßen. Beim Laden auf Kreis-und Staatsstraßen ist zusätzlich darauf zu achten, dass hierfür bei den Landratsämtern Sammel- bzw. Einzelgenehmigungen beantragt werden müssen.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft macht sich auch in der Zuckerrübenbranche bemerkbar. So ist festzustellen, dass immer weniger Landwirte beim Abtransport ihrer Rüben vor Ort sind. Daher ist es umso wichtiger, für einen gut befahrbaren Feldweg und eine ordentlich gelagerte Rübenmiete zu sorgen, v. a.bei der 24-Stunden-Kampagne, insbesondere bei Nachteinsätzen!

Regelmässige Instandsetzung
Eines der größten Probleme ist hierbei, dass sich immer mehr Landwirte nicht als Teil einer Maschinengemeinschaft sehen bzw. sich dessen nicht bewußt sind. Die Maschinengemeinschaft ist aus deren Sicht ein „Dienstleister“, der sich um den Abtransport der Rüben zu kümmern hat, mit allen möglichen Extraleistungen (z.B. Straßensicherung, Restaufnahme von Rüben, Straßenreinigung usw.).
Dies ist jedochnicht die Aufgabe einer Maschinengemeinschaft!
Sie stellt Maschinen und Geräte bereit, um die Rüben zuladen, zu reinigen und zu transportieren. Der jeweilige Landwirt, als Verantwortlicher zum Zeitpunkt der Rübenlieferung, hat dafür zu sorgen, dass dies bedarfsgerecht möglich ist. Dies beginnt schon im Vorfeld, also bereits im Frühjahr bzw. im Sommer, mit dem Herrichten der Schotterwege. Ein besonderes Problem stellt meist schon die Breite des Feldweges dar: Beispielsweiseführt zu starkes Wegpflügen an der Grenze zum Weg dazu, dass dieser zu schmal wird. Oftmals können bereits unbeladene Lkw-Züge derartige Feldwege nicht mehr befahren. Bei noch trockenem Herbst ist dies vielleicht möglich, aber bei einer fortgeschrittenen Kampagne mit für die Jahreszeit entsprechender Witterung in der Regel nicht mehr.

Haslbeck-Bild-1-2013-Juli


Auch sind die Einfahrten und Abzweigungen zu den Feldwegen, die sog. „Trompeten“, meist zu eng, um an dieser Stelle mit einem Lkw vernünftig abbiegen zukönnen, ohne gleich von der Fahrbahn abzurutschen. Deshalb ist es wichtig, dass sich auch die Landwirte der anliegenden Felder dieser Problematik bewusst sind bzw. werden und auf ihrem Teilstück für einen breiten und befahrbaren Weg sorgen, auch wenn sie während der aktuellen Kampagne an diesem Weg keine Rüben lagern sollten.

Pfleglicher Umgang
Der optimale Feldweg sollte einen entsprechend guten Unterbau besitzen, regelmäßig geschottert werden und mindestens 3,50 m, besser noch 4,00 m breit sein! Bei den An- und Abfahrtswegen ist darauf zu achten, dass Randbewuchs und über- oder herabhängende Äste so freigeschnitten sind, dass keine Beschädigungenam Fahrzeug entstehen bzw. ein Befahren nicht ganz unmöglich wird.Gerade landwirtschaftliche Feldwege lassen sich in Eigenregie relativ leicht, unbürokratisch und kostengünstig instandsetzen! Jagdgenossenschaften und Kommunen leisten hier oft wertvolle Dienste.Auch bei der Anlage der Rübenmieten werden viele Fehler, teils bewusst, aber oftmals aus Unachtsamkeit begangen. So werden z.B. die gerodeten Rüben auf einem Teil des Feldes gelagert, zu dem ein Weg hinführt, der für den Abtransport ganz und gar nicht geeignet ist, obwohl der Schlag am anderen Ende über einen gut ausgebauten Weg erreichbar wäre. Für die Auswahl des Lagerortes am Rübenschlag spielen persönliche Gründe und Überlegungen des Landwirts natürlich eine Rolle.

Richtiger Mietenplatz
Jedoch wird meist vergessen, diese auch mit den Anforderungen des Transportes in Einklang zu bringen.Schon im eigenen Interesse und um sich beim Abholtermin unnötigen Ärger zu ersparen (Organisation undentstehende Kosten beim Vorspannen von Schleppern, Hängenbleiben und Aufmachen der Ladung etc.) sollte dies bedacht werden.
Die Rode- und Abfuhrleiter der jeweiligen Gemeinschaften können hier z.B. beratend zur Seite stehen, da diese während der Kampagne tagtäglich mit den unterschiedlichsten Situationen konfrontiert werden. Die Rübenmiete muss so angelegt sein, dass sie für die Breite der Rübenaufnahme der Lademaus ausreichend ist.
Ein ordnungsgemäß durchgeführter Mietenschutz sorgt neben dem Schutz der Rüben vor Frost und Durchnässung auch für eine erhebliche Verbesserung der Ladeleistung. Die Umgebung um die Rübenmiete soll frei von Sträuchern und anderen Hindernissen sein, so dass der Einsatz und das Beladen jederzeit und ohne größere Verzögerung möglich ist.
Um liegengebliebene Zuckerüben infolge einer zu breiten Rübenmiete hat sich der Landwirt zu kümmern, nicht der Lkw-Fahrer. Es stünde zudem auch nicht die Zeit zur Verfügung, da ein Lkw-Fahrer während des Ladens mit anderen Aufgaben beschäftigt ist (Austellen der Transportquittung, Transponderdaten empfangen, Ladungssicherung vor Abfahrt usw.).
Dies wird von Landwirten, die sich dieser Zusammenhänge nicht bewusst sind, häufig nicht bedacht. Sie meinen irrtümlich, dass es sich hierbei um einen „All-inclusive-Service“ handeln würde.

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Gefahr von Personen- und Sachschäden sowie eventuell Abladen der Rüben ... das braucht Zeit und verursacht Kosten!!!
Fotos (2): Haslbeck

Vertane Zeit kostet Geld
Gut ausgebaute Feldwege und eine optimale Lagerung der Rüben sind Voraussetzung für einen zügigen und reibungslosen Transport während der Kampagne. Der Fuhrpark und die Technik einer Maschinengemeinschaft sind zu teuer um nicht bestmöglichst ausgelastet zu werden. Zudem birgt jede Verzögerung durch Aufsummieren auch ein zusätzliches Risiko des Abtransports, wenn entsprechend schlechte Witterung herrscht.
Es kann daher nicht angehen, dass Probleme, verursacht durch Einzelne, der Gemeinschaft aufgebürdet werden. Daher darf auch zu Recht über die Frage einer finanziellen Beteiligung des Verursachers nachgedacht werden, gerade dann, wenn dadurch zusätzliche Transportkapazitäten unnötigerweise vorgehalten werden müßten.
Es soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, als würde es beim Transport der Rüben überwiegend Probleme geben.
Ganz im Gegenteil: Bei weit über 90% der Rübenanbauer verlaufen die Abholtermine reibungslos!