Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V.
Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V.
Kontrahierung 2021 - Rübenanbau lohnt sich!

Garantierter Mindestpreis für Basisrüben von 30 €/t

von Dr. Gerald Corell
 

Zurzeit beschäftigt sich der Rübenanbauer mit Rüben aus drei Jahren. Für die Rüben aus dem letzten Jahr befindet sich die informelle Rübenabrechnung seit kurzem im Südzucker-Rohstoffportal. Die Rüben für die diesjährige Kampagne stehen im Feld. Die Planung des Rübenanbaus fürs nächste Jahr und der Abschluss des Zuckerrüben-Liefervertrags stehen kurz bevor. Dies war auch die letzten Jahre so. Geblieben sind der Ablauf der Kontrahierung und die wesentlichen Inhalte des Zuckerrüben-Liefervertrags. Neu ist jedoch, dass sich endlich steigende Preise auf dem EU-Zuckermarkt abzeichnen. Neu ist aber auch, dass die Basis für die Ableitung des Zuckererlöses geändert wurde.

Zuckererlös aus EU-Preisreporting

Der Zuckerrüben-Liefervertrag hat nur eine wesentliche Änderung erfahren. Bisher wurde zur Ableitung des durchschnittlichen Kontraktrübenpreises der von Südzucker erzielte Zuckererlös herangezogen. Das Verfahren zur Ermittlung dieses Zuckererlöses war in den Anlagen III. (6) a) und b) auf insgesamt sechs Seiten im Detail beschrieben. Ab dem Anbaujahr 2021 wird zur Ableitung des durchschnittlichen Kontraktrübenpreises der Zuckererlös aus dem monatlichen Preisreporting der EU-Kommission für Region 2 zugrunde gelegt. Hierdurch wird zum einen die Darstellung im Zuckerrüben-Liefervertrag einfacher, da auf die sechs Seiten Anlagen verzichtet werden kann. Zum anderen ist das Preisreporting monatlich für jeden Anbauer im Internet zugänglich (https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/food-farming-fisheries/farming/documents/sugar-prices-producers-regions_en.pdf).

Die Region 2 umfasst neben Deutschland auch die Länder Frankreich, Belgien, Niederlande und das Vereinigte Königreich. Der Referenzzeitraum bleibt gleich. Dies bedeutet, dass in die Ermittlung des Zuckererlöses die Monate Oktober 2021 bis Februar 2022 eingehen.

Positiv für die Anbauer ist zudem, dass der Zuckerpreis aus dem EU-Preisreporting in den vergangenen Jahren strukturbedingt immer etwas über den durchschnittlichen Verkaufserlösen von Südzucker lag. Dies ist z.B. auch dadurch bedingt, dass in den Südzucker-Erlösen auch die Exportmengen berücksichtigt werden, im EU-Preisreporting nur der Absatz im EU-Markt.
 

30 €/t für Basisrüben auch in 2021 garantiert

An alle Anbauer, die einen Zuckerrüben-Liefervertrag für 2021 abschließen, zahlt Südzucker mit der Rübenabrechnung 2019 wieder eine Rohstoffsicherungsprämie aus. Dies gilt auch, wenn der Betriebsnachfolger oder Übernehmer der Lieferrechte einen Zuckerrüben-Liefervertrag über diese Menge abschließt. Mit 7,72 €/t bei 16 % BZG liegt die Rohstoffsicherungsprämie 2019/20 noch über dem letztjährigen Wert. Zusätzlich kann sich auch jeder Anbauer bereits bei der Kontrahierung für 2021 eine Rohstoffsicherungsprämie auf die in der Kampagne 2021 gelieferten Basisrüben sichern.

Südzucker sagt dabei den Anbauern zu, dass für diese Rüben die Summe aus durchschnittlichem Kontraktrübenpreis und Rohstoffsicherungsprämie 2021/23 mindestens 30 €/t bei 16 % BZG beträgt. Hierbei handelt es sich um den Nettopreis vor Abzug der Transportkostenbeteiligung.

Durch diese Preisgarantie für Basisrüben können Anbauer bis zu 80 % ihrer Kontraktrüben absichern. Die Basisrüben leiten sich aus den Lieferrechten ab. Daher helfen Lieferrechte nicht nur die Menge, sondern auch den Rübenpreis abzusichern. 

Von der erwarteten positiven Preisentwicklung am EU-Zuckermarkt profitieren alle Rüben. Der durchschnittliche Preis für Kontraktrüben (Basisrüben und Mehrrüben) wird direkt vom Zuckerpreis aus dem EU-Preisreporting abgeleitet. Da der Überrübengrundpreis aus dem Kontraktrübengrundpreis abgeleitet wird, profitiert auch dieser von den steigenden EU-Zuckererlösen.
 

Ablauf Kontrahierung wie in den Vorjahren

Der Zuckerrüben-Liefervertrag kann vom 18. Mai bis 5. Juni 2020 im Südzucker-Rohstoffportal abgeschlossen werden. Der technische Ablauf des Vertragsabschlusses ist unverändert zu den Vorjahren. Wie in der Vergangenheit kann der SRS bei der Abwicklung des Vertragsabschlusses Hilfestellung geben. Bei Fragen stehen natürlich auch die Rohstoffabteilung oder der Landesverband gerne zur Verfügung. Da es auf Grund der Corona-Pandemie leider keine Versammlungen geben kann, wird eine Vielzahl von Informationen digital angeboten. Die Hinweise im Südzucker-Rohstoffportal und im BISZ sollten deshalb beachtet werden.

Im Südzucker-Rohstoffportal kann jeder wie gewohnt im Anbauplaner die gewünschten Kontraktrüben festlegen. Der Anbauplaner nutzt für Ertrag und Zuckergehalt den individuellen Durchschnitt aus den letzten fünf Jahren als Grundlage. Wer mit anderen Werten kalkulieren möchte, kann den Vorschlag überschreiben.

Anbauplaner-2021

Es ist zu beachten, dass zum Erhalt des Erfüllungsbonus mindestens 25 % Mehrrüben kontrahiert werden müssen. Bis 40 % Mehrrüben sind jedem Anbauer wieder zugesichert. In diesem Rahmen kann der Zuckerrüben-Liefervertrag sofort elektronisch unterzeichnet werden. Interessenten können jedoch auch eine wesentlich größere Menge Mehrrüben beantragen. Südzucker wird nach Auswertung aller eingegangenen Anbauwünsche Ende Juni/Anfang Juli mitteilen, wie viele Mehrrüben 2021 angebaut werden können. Danach kann auch in diesem Fall der Zuckerrüben-Liefervertrag 2021 abgeschlossen werden.

Beim Vertragsabschluss ist es empfehlenswert, auch die Stammdaten, insbesondere den Steuersatz und die Bankverbindung zu überprüfen. Im Rahmen der Kontrahierung erfolgt wie bisher die digitale Unterzeichnung der Verbandsunterlage.

Wenn der Zuckerrüben-Liefervertrag abgeschlossen wurde, kann die Bestätigung des Abschlusses ausgedruckt werden. So geht man sicher, dass auch alles funktioniert hat. Der Vertrag mit allen Vertragsdaten und digitaler Unterschrift wird dann im Laufe des Tages im Dokumentenbereich eingestellt.

Sollten die einzelnen Schläge für 2020 im Portal noch nicht erfasst sein, wird um baldige Erledigung gebeten. Neu ist in diesem Jahr, dass auch die Rodegemeinschaft, der Mietenpfleger sowie die ausgesäte Sorte schlagweise abgefragt werden.

Der Abschluss des Zuckerrüben-Liefervertrags bzw. bei mehr als 40 % Mehrrüben die Eingabe eines Anbauwunsches muss bis 5. Juni 2020 erfolgen. Nur so wird sichergestellt, dass die individuelle Rohstoffsicherungsprämie mit der Rübenabrechnung am 30. Juni 2020 ausbezahlt werden kann.
 

Saatgutbestellung

Im Anschluss an die Unterzeichnung des Zuckerrüben-Liefervertrags kann auch Saatgut für 2021 bestellt werden. Es wird für 2021 eine Nachbestellung im Winter geben. Wer sein Saatgut bereits jetzt bestellt, sichert sich den Frühbestellrabatt. In der aktuellen Bestellung wird nur mit Vibrance SB gebeiztes Saatgut angeboten. Weitere Informationen zur Beizausstattung und Sortenwahl finden sich in dieser Ausgabe der dzz sowie im BISZ und in den vielfältigen Informationen der Arbeitsgemeinschaften, der Landesverbände und der Rohstoffabteilungen.

Empfehlenswert ist, die Kontrahierung auch gleich zur Anmeldung der EUF-Proben unter dem Reiter „BGD“ zu nutzen. Mit der EUF-Bodenuntersuchung erfüllt der Anbauer die Vorgaben der Düngeverordnung, insbesondere auch in „roten Gebieten“. EUF ist für alle Kulturen bestens geeignet. Mit EUF erkennt man seinen Stickstoff- und Grundnährstoffbedarf bereits im Vorjahr des Anbaus. EUF schafft insbesondere durch die Messung der Nährstoff-Nachlieferung und die Berücksichtigung der Wechselwirkungen die Grundlage für höchste Erträge. Bei Online-Anmeldung bis einschließlich 25.05.2020 gewährt der BGB einen Preisnachlass von 2 € pro angemeldeter EUF-Probe.

Zur bevorstehenden Kampagne 2020 können Landwirte, die für 2021 einen Zuckerrüben-Liefervertrag abschließen, Carbokalk wieder zum Vorteilspreis bestellen. Alle Detailinfos gibt es rechtzeitig zum Aktionsstart von der zuständigen Rohstoffabteilung.
 

Aussichten sind gut

Der Abschluss des Zuckerrüben-Liefervertrags ist Routine, erfolgt dennoch jedes Jahr auf sich ändernden Grundlagen. Für die Kontrahierung 2021 sind die wesentlichen Eckpunkte die Absicherung des Basisrübenpreises in Höhe von 30,00 €/t, die Umstellung der Preisableitung auf das EU-Preisreporting sowie die guten Preiserwartungen auf dem EU-Zuckermarkt.
 

Hier auch als PDF-Datei erhältlich: Kontrahierung 2021 - Rübenanbau lohnt sich!


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